In einer modernen, dynamischen Intralogistik herrscht rund um die Uhr Hochbetrieb. Wo Flurförderzeuge, Hubwagen und Kommissionierer auf engem Raum manövrieren, steigt das Unfallrisiko signifikant. Ein einziger unachtsamer Moment mit dem Gabelstapler kann nicht nur immense Sachschäden an Regalanlagen und Maschinen verursachen, sondern im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden.
Doch welche Sicherheitsvorkehrungen und Schutzvorrichtungen sind eigentlich gesetzlich vorgeschrieben?
Welchen konkreten Sinn erfüllen sie und wo greifen die Regelungen der Berufsgenossenschaften?
In diesem Beitrag bringen wir Licht ins Dunkel und zeigen auf, wie Sie Ihr Lager normkonform und maximal sicher ausstatten.
Die gesetzliche Basis: Wann ist ein Anfahrschutz zwingend erforderlich?
Die Pflicht zur Installation von Schutzvorrichtungen ist in Deutschland und Europa streng geregelt. Die wichtigste Grundlage für die Lagersicherheit bildet die DGUV Regel 108-007 (ehemals BGR 234) in Kombination mit der europäischen Norm DIN EN 15635.
Hier ist unmissverständlich festgelegt: Für ortsfeste Regale, die mit nicht spurgebundenen Flurförderzeugen (wie z. B. klassischen Gabelstaplern) be- oder entladen werden, ist an den Eckbereichen sowie an Durchfahrten ein ausreichend dimensionierter, gelb-schwarz gekennzeichneter Anfahrschutz zwingend vorgeschrieben.
Wichtig zu wissen:
Der Gesetzgeber verlangt, dass diese Schutzvorrichtungen eine Energie von mindestens 400 Joule aufnehmen können müssen. Sie dürfen zudem nicht direkt mit der Stütze des Regals verbunden sein, um die gefährliche Stoßenergie bei einem Aufprall nicht ungefiltert in das statische Regalsystem weiterzuleiten.
Die wichtigsten Schutzvorrichtungen und ihr konkreter Sinn
Die Eckpfeiler von Schwerlast- und Palettenregalen sind im harten Arbeitsalltag besonders gefährdet. Ein ungebremster Aufprall an diesen statisch relevanten Punkten kann ein ganzes Regalsystem zum Einsturz bringen (Domino-Effekt).
der Sinn:
Sie leiten die kinetische Energie eines schweren Aufpralls direkt in den Hallenboden ab. Der Pfosten selbst bleibt unversehrt, die Statik des Regals unbeeinträchtigt.
Bodenbarrieren und Führungsschienen (z.B. BLACK BULL ECO-Serie)
Diese oft flachen, bodennahen Systeme werden entlang von Verkehrswegen, Hallenwänden, Maschinen oder Palettenstellplätzen montiert. Sie trennen die Fahrwege der Stapler mechanisch von den Laufwegen der Mitarbeiter oder von sensiblen technischen Zonen.
der Sinn:
Bodenbarrieren bieten einen hocheffizienten Schutz auf Raddrehzahlniveau. Sie verhindern zuverlässig, dass Flurförderzeuge beim Rangieren oder Abbiegen mit den Reifen oder der Last über die vorgesehenen Zonen hinausgeraten. Dank modularen Aufbaus (Mittel-, Anfangs- und Endpfosten mit schraubenlosem Stecksystem) lassen sie sich flexibel an jede Hallengeometrie anpassen.
Durchschubsicherungen und Rückschlagsicherungen
Bei Doppelregalen (wo zwei Regale Rücken an Rücken stehen) besteht die Gefahr, dass eine Palette beim Einlagern versehentlich zu weit nach hinten durchgeschoben wird.
der Sinn:
Mechanische Durchschubsicherungen stoppen den Ladungsträger exakt an der vorgesehenen Position und verhindern das unkontrollierte Herabstürzen von Paletten oder Ware in den gegenüberliegenden Regalgang.
Gitterrückwände und Schutzgitter
Überall dort, wo sich hinter oder unter Regalen Verkehrswege für Fußgänger befinden oder feste Arbeitsplätze eingerichtet sind, müssen freie Regalseiten lückenlos abgesichert werden.
der Sinn:
Sie fangen lose Gegenstände, instabile Kartonagen oder herabfallende Einzelteile zuverlässig auf, bevor sie Mitarbeiter verletzen können.
Wirtschaftlicher Nutzen: Warum sich Schutzvorrichtungen doppelt auszahlen
Die Investition in hochwertige Lagerausstattung und zertifizierten Rammbauschutz ist keineswegs nur eine lästige Erfüllung gesetzlicher Pflichten. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht rechnet sich die Ausstattung von Anfang an:
Keine Kompromisse bei der Sicherheit im Lager
Ein durchdachtes Sicherheitskonzept in der Intralogistik basiert auf dem perfekten Zusammenspiel von visuellen Warnsystemen und physischen Barrieren. Schutzvorrichtungen wie die BLACK BULL Bodenbarrieren ECO sind das solide Fundament, das wertvolle Sachwerte schützt, Ausfallzeiten minimiert und vor allem das höchste Gut schützt: die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.
Prüfen Sie im Rahmen Ihrer regelmäßigen Regalinspektion nach DIN EN 15635, ob Ihre aktuellen Schutzvorrichtungen noch voll funktionsfähig sind oder ob Nachrüstbedarf besteht. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl des passenden, modular erweiterbaren Rammbauschutzes für Ihre individuellen Anforderungen!
Checkliste: Ist Ihr Lager normkonform und sicher?
Gehen Sie diese fünf Kernbereiche durch, um Sicherheitslücken in Ihrer Intralogistik aufzudecken und rechtzeitig nachzurüsten.



